Quartalsrückblick Q2/2019 oder: Wie mich meine Aktien fast in den Wahnsinn trieben

+ Sparrate im Q2 2019: durchschnittlich 52 % des Gesamt-Nettoeinkommens (inkl. Dividenden/Zinsen, eBay & nebenberufliche Selbständigkeit)
+ Gesamt-Rich-Bitch-Status: 15,8% geschafft auf dem Weg in die finanzielle Freiheit!
(Vergleich März 2019: 15%)

Das Frühjahr stand einerseits im Zeichen einiger wirklich cooler Projekte, die ich abgeschlossen, und neuer Projekte, die ich begonnen habe. Allerdings standen auch mehrere Anschaffungen an, die mich einige Punkte im Rich-Bitch-Status gekostet haben – zumindest finanziell. Dazwischen warfen die P2P-Kredite erstmals nennenswerte Einkünfte ab, außerdem habe ich die liquiden Mittel etwas verringert. Und zu guter Letzt raubt mir meine Einzelaktien-Auswahl den letzten Nerv. Aber nun der Reihe nach:


P2P-Kredite

Aktueller Stand:
+ 11,7% in P2P investiert (ohne G&G) // Ziel max. 15% (war 10%)
+ P2P-Zinsen in Q2 (gesamt): 178,29 Euro

Im vergangenen Quartal habe ich die Strategie hinter meinen P2P-Investments unter die Lupe genommen und festgestellt, dass ich a) auf ein paar Länder-Klumpenrisiken saß und b) komplette Kreditarten, in die ich gerne investiert sein wollte, in meinem Portfolio fehlten. Also fix rebalanciert, Autoinvestoren „umprogrammiert“ und natürlich ein paar Gelder umgeschichtet, um die Investitionslücken aufzufüllen. Damit habe ich auch gleich ein paar liquide Mittel aktiviert; der Anteil uninvestierter Mittel war mir sowieso deutlich zu hoch.

Neu im P2P-Portfolio ist Bondora Go & Grow*, das nun still und leise (und langsam … 6,75% Zinsen halt) vor sich hinwächst. Wobei ich sagen muss: Hut ab! Motivieren könnt ihr, liebes Bondora-Team! Zusätzlich teste ich nun Lenndy und habe darüber hinaus ENDLICH mein erstes Investment bei Bulkestate getätigt. Bulkestate gefälllt mir auf den ersten Blick nicht so gut wie EstateGuru (die ihre Projekte nunmal perfekt transparent präsentieren). Aber wie wohl ich mich damit fühle, wird die Zeit zeigen.

Meine erste Bulkestate-Investition. Weniger Infos als bei EstateGuru – aber immer noch mehr als bei klassischen P2P-Krediten.

Momentan bin ich investiert in:

  • Mintos (11,36% Rendite)
  • EstateGuru (12,03% Rendite)
  • Viainvest (11,51% Rendite)
  • Grupeer (ca. 13,5% Rendite)
  • Peerberry (11,11% Rendite)
  • Flender (12,04% Rendite)
  • Robocash (12% Rendite)
  • Bulkestate (Testphase)
  • Lenndy (Testphase)
  • Bondora G&G (6,75%)

Was mir etwas Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, dass meine Kreditrenditen deutlich dem Durchschnitt (anderer Finanzblogger) sowie den von den Plattformen angekündigten Renditen hinterherhinken. Hier werde ich die Autoinvestoren nochmal anfassen und sie wohl etwas „agressiver“ einstellen. Ansonsten bin ich nach dem Rebalancing mit der deutlich höheren Diversifikation recht zufrieden und werde weiterhin aufstocken.

Learnings & Pläne rund um P2P:

  • Crowdfunding mit in die Planung aufnehmen
  • Weitere Plattformen sehe ich erstmal nicht – mit 10 Plattformen bin ich sowieso sehr gut dabei. Was ich aber noch nicht ausprobiert habe sind die Zweitmärkte. Hmmm 🙂

Exchange Traded Funds (ETFs)

Aktuell gefallen mir meine ETFs besser als meine Einzelaktien. Sie laufen vor sich hin, ich habe praktisch 0 Arbeit mit ihnen und die Sparpläne bewahren mich vor spontanen Market-Timing-Versuchen („Oh nein, voll teuer, da kaufe ich besser erst nächsten Monat!“ – 10 Monate später – „Oh. Immer noch nicht gekauft.“ … Du kennst das 😉 ).

Nachdem Onvista die Kostenstruktur im Juni geändert hatte, habe ich die Sparpläne nochmal etwas geändert (EM wird nur noch quartalsweise gekauft und die Rate für den World-ETF erhöht). Ansonsten freue ich mich über eine Performance von 7,65% und hoffe, dass sie im Gegensatz zu meinen Einzelaktien weiterhin im grünen Bereich bleibt …

Learnings & Pläne rund um ETFs:

  • Arero bleibt ein Thema – Flyer liegt auf meinem Nachttisch
  • Hochdividenden-ETFs und nachhaltige ETFs könnte ich mir weiterhin als Einmalkauf-Ergänzungen vorstellen … Hat aber erstmal keine Prio.
Arero habe ich schon länger im Blick. Das Thema „Rohstoffe“ und „Staatsanleihen/Renten“ hätte ich gerne im Portfolio, ohne mich damit aktiv herumplagen zu müssen. Zu einfach, um lukrativ zu sein? Oder genau richtig, um anschließend in andere Assets weiterzuziehen? Wie immer freue ich mich über Meinungen und einen aktiven Austausch!

Einzelaktien oder: Wie mir meine Börsenentscheidungen graue Haare bescheren

Ach, diese Einzelaktien! Ganz ehrlich: Ich ärgere mich momentan maßlos über meine letzten Käufe. Sie performanen einfach furchtbar und ins Depot zu schauen macht einfach keinen Spaß. Im Gegenteil! Seit über 4 Jahren investiere ich nun in Aktien und habe alle Aufs und Abs locker weggesteckt. Aber zum ersten Mal fällt es mir schwerer als sonst.

Meine Top 3 Ärger-Aktienpositionen in Q2 2019:

Platz 3: Daimler

Platz 2: Lufthansa

Und last but not least die unerreichbare Ärger-Aktie:
Platz 1: Continental
Meine sehr verehrten Damen und Herren, hier gibt es nur eine Richtung: Nach unten! Immer weiter nach unten! Und wenn Sie kurz Hoffnung hatten, dass Continental sich wieder fängt, dann kommt das nächste große, tiefe, fette Loch. Bleiben Sie dran auf dem spannenden Weg bis zum Erdkern – und noch weiter! Nur Daimler könnte noch tiefer fallen – Sie werden es erleben!

Grrr.

Klar, die Autoindustrie ist momentan auf dem Prüfstand und ihr geht’s furchtbar. Aber trotzdem freue ich mich auf den Tag, an dem die Aktien aufhören, mich zu ärgern.

Immerhin war in den letzten drei Monaten Dividendenphase angesagt und es kamen etwas über 900 Euro an Dividenden rein. Das tröstet ganz gut über die zahlreichen Buchverluste hinweg. Telekom, Evonik und Freenet tun schließlich ebenfalls nicht, was sie sollen … Das ist vermutlich dieses Lehrgeld, von dem immer alle sprechen.

Selbstredend bleibe ich investiert und werde die Verluste NICHT realisieren. Parallel stelle ich eine Wish-List an nicht-deutschen Aktien zusammen (momentan eine lose Sammlung an Tipps aus verschiedenen anderen Privatinvestoren-Depots) und kümmere mich um ein Freebuy-Depot bei Onvista. Voraussetzung Nr. 1, um nicht weiter meine ETF-Gewinne mit Einzelaktien-Verlusten zu neutralisieren, ist: mehr Wissen, mehr Expertise, mehr Kompetenz.

Eine Wishlist mit über 100 Zeilen: Das wird noch ein ordentlicher Batzen Arbeit!

Learnings & Pläne rund um meine Einzelaktien:

Vielleicht sind ETFs wirklich die bessere Wahl, um nicht mit Stock-Picking Geld zu verbrennen. Aber mit ETFs macht man halt keine 200%-4.000% Gewinn. Darum wird sich Future-Sventja kümmern.

Einzelaktien-Themen für Q3:

  • Wishlist konkretisieren rund um ausländische Positionen
  • Marihuana-Investments gehen hier und da durch die Decke. Einsteigen?

Immobilien

Im Westen nichts Neues. REITs stehen auf dem Plan (wie schon in Q1 – die Liste umfasst momentan 5 Optionen), physische Immobilien sind nicht in Sicht und gefallen mir auch immer weniger. To be continued …


Medien

„Der Crash ist die Lösung“* bleibt ein Katastrophenbuch. Vor lauter Verzweiflung habe ich vermehrt zu Belletristik gegriffen. „Das große Los“* von Meike Winnemuth hat mir ein paar schöne Stunden jenseits der Finanzliteratur beschert 🙂


Highlights, Absonderlichkeiten und Erkenntnisse im 2. Quartal 2019

Ein halbes Jahr lang habe ich wunderbar konsumgefastet. Und dann plötzlich kaufe ich erst ein Fahrradkörbchen, dann ein Auto (in dieser Reihenfolge) und dann einen wandfüllenden Kleiderschrank. Damit sind diese wortwörtlich großen Themen aber auch endlich abgehakt.

Der Minimalismus hält weiter Einzug und wir misten fleißig aus. Dazu wird umgestellt und umgeräumt und aussortiert und … Ein Teil landet auf ebay-Kleinanzeigen, ein Teil wandert zu Freunden/Familie und ein Teil fliegt raus wie er ist. „Kill your darlings“ ist das Motto.

Neben einem tollen neuen Online-Kurs-Projekt – das enorm Spaß macht – bringe ich gerade eigene Buchideen zu Papier.

Ein heftiger Kostenverursacher war in Q2 außerdem eine Flugbuchung … eine ganz besondere allerdings. Denn im Frühjahr 2020 erfülle ich mir einen Lebenstraum und werde mit meinem Göttergatten 4 Wochen lang durch Neuseeland reisen!! Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Alleine die Vorfreude ist wieder einmal unbezahlbar 🙂 Aber das heißt auch: Jetzt schon vorarbeiten, damit das nicht die teuerste Reise ever wird.


Ziele für das 3. Quartal 2019

  • Von meinem Nachttisch weglesen:
    • Der Crash ist die Lösung
    • Cool bleiben und Dividenden kassieren
    • Bargeld statt Buchgewinn
  • Crowdinvesting ins Portfolio mit aufnehmen
  • 1 eigenes Buch auf den Markt bringen
  • Die REIT-Liste auf 2 Möglichkeiten reduzieren
  • Portfolio Performance wieder aktiv einsetzen
  • weniger Autos kaufen und eine nennenswerte Verbesserung im Vergleich zu Q1+Q2 schaffen
  • die liquiden Mittel weiter verringern
Das Maß an liquiden Mitteln und Einzelaktien wird weiter verringert, wobei aufmerksame Beobachter hier bereits eine Verbesserung wahrnehmen dürften.

*Transparenz: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. Falls Du Dich über diesen Link anmeldest oder etwas kaufst, bekomme ich ein kleines Stück vom Kuchen ab – für Dich hat das jedoch keine Nachteile. Falls nicht, freut es mich, dass Du bis hierhin gelesen hast und freue mich sogar noch mehr über einen Kommentar von Dir!

12 Gedanken zu “Quartalsrückblick Q2/2019 oder: Wie mich meine Aktien fast in den Wahnsinn trieben

  1. Hey,

    wirklich einen tollen Blog hast Du da. Deine Sparquote ist der Wahnsinn; ich hoffe das ich meine mit meinen Jobwechsel so auf 40 % steigern kann, auch wenn ich mir mit München ein teures Fleckchen ausgesucht habe :).

    Darf ich fragen, was Du nebenberuflich machst und wie Du über eBay Geld verdienst?
    Ansonsten beruhigt es dich vielleicht, dass ich mit meinen P2P-Krediten auch nicht die Rendite der anderen Blogger erreiche :).

    Viele Grüße
    Marco

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    1. Hallo Marco, danke für die Blumen 🙂

      Für Deine Sparquote drücke ich Dir beide Daumen – 40% sind doch schon mega! Das Problem mit dem teuren Pflaster kenne ich zu gut – wenn sich die Kosten nicht mehr reduzieren lassen (ohne heftige Einbußen in der Lebensqualität zu riskieren), müssen eben die Einnahmen hoch … Daher wandert der aussortierte Hausstand immer wieder mal auf ebay-Kleinanzeigen. Darüber hinaus mache ich nebenberuflich Textarbeiten, Lektorate/Korrektorate, arbeite an verschiedenen schwer einzuordnenden Projekten mit und bin zudem als „Bewerbungsconsultant“ (Optimierung bzw. komplettes Neuverfassen von Bewerbungsunterlagen für Kunden) aktiv. Vielleicht verlinke ich das einfach mal ^^

      Mit welcher P2P-Plattform machst Du denn die besten Erfahrungen?

      Viele Grüße – ebenfalls aus München,
      Sventja

      Gefällt 1 Person

      1. Danke fürs Daumendrücken Svenja :);
        deine nebenberufliche Arbeit klingt super spannend.

        Ich bin nur bei Mintos und Twino seit etwa 1,5 Jahren, habe die Anfangsbeträge dabei leicht reduziert. Irgendwie kann ich mich dem Eindruck nicht verwehren, dass das alles riskanter ist als von vielen beschrieben. Immerhin wird es so dargestellt war wären es > 10 % sichere Rendite (durch Buypacks etc.) dann gibt es noch lauter Aktionen wo man Geld bekommt wenn man Leute vermittelt…aber sei’s drum, derzeit sieht noch alles rosig aus und das Risiko ist bei meinem Einsatz da nicht so hoch :).

        Ich hab gelesen, dass Du auch Dein eigenes Buch rausbringen möchtest. Wenn es soweit ist kannst Du – wenn Du magst – mir schreiben, ich habe ca. ein halbes Jahr intensiv mich mit dem Online-Vertrieb eigener Bücher über Amazon beschäftigt und könnte Dir ggf. ein paar Tipps und Tricks an die Hand geben.

        Viele Grüße
        Marco

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      2. Hallo Marco,
        ich werde die P2P-Investments auch nicht mehr allzu stark erhöhen, glaube aber durchaus an die Investments. Begründung folgt in Kürze in einem eigenen Blogbeitrag 😉

        Genau – ich habe gerade sogar 3 offene Buchprojekte … Danke für Deinen Hinweis, ich komme definitiv vorab noch auf Dich zu!

        Bis bald – Sventja

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  2. Hallo Sventja,

    durch die FB-Gruppe Einkommensinvestoren bin ich auf Deinen Blog gestoßen und finden diesen sehr spannend. Besonders den jetzt veröffentlichten Quartalsbericht. Ich stelle fest, dass wir in Vielem (Zielsetzung/Ziel-Controlling/Investitionsform) ähnlich agieren. Zwar investiere ich (noch) nicht in P2P-Kredite und nicht (mehr) in ETF’s. Aber die „Sicherheit“ (was ist schon sicher 😉) mit Festgeld, Liquidität, Notgroschen fehlen bei mir/uns natürlich auch nicht.

    Du hast eine interessante Watchlist für Einzelinvestments in Aktien. Acht (wenn ich Nike mit adidas gleichsetze, dann neun) der aufgeführten Aktien befinden sich in meinem Depot, zwei auf meinem Einkaufszettel. Das sind in meinen Augen hervorragende Unternehmen, die langfristig Umsatz, Gewinn und CashFlow gesteigert haben und denen ich das auch in der Zukunft zutraue.

    Was ich aber nicht verstehe, ist die Tatsache, dass Du bei Daimler, Conti, Lufthansa nicht die Reißleine ziehst, die Verluste realisierst und in Werte Deiner Watchlist investiert und dich in Zukunft freust, anstatt zu ärgern.

    Vielleicht hast Du schon einmal vom Aktienfinder (www.aktienfinder.net) gehört. Ein für mich nicht mehr wegzudenkendes Tool bei meiner Entscheidungsfindung!

    Ich wünsche dir noch viel Erfolg bei Deinen Investments und der Erreichung deines Ziels!

    VG
    HJ Sto

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    1. Hallo HJ,

      danke für Deinen Kommentar und herzlich willkommen auf meinem Blog!

      Die Watchlist für in Frage kommende ausländische Einzelaktien ist wie gesagt recht umfangreich und erstmal eine „lose Blattsammlung“, die ich nach und nach auf die Essenz der für mich am besten geeignet erscheinenden Unternehmen herunterbrechen werde. Das wird vielleicht einer der nächsten Artikel 🙂

      Bezüglich Verluste realisieren: Bei mir sitzt „Buy and Hold“ sehr tief. Trotzdem ertappe ich mich inzwischen bei dem Gedanken „Sobald XY wieder halbwegs auf Kaufkurs ist, schmeiße ich den Müll aus meinem Depot“. Ich habe zum Beispiel so ein paar Aktien, die tun einfach gar nichts – sie laufen seit Jahren quer und werfen gleichzeitig keine nennenswerte Dividende ab. Aber noch schlimmer sind eben Daimler, Conti und Lufthansa. Genau das waren meine letzten Käufe. Solange sie kein Brot fressen – sondern nur meine Rendite, mein Vermögen und meine Nerven … – beobachte ich noch ein wenig und vergleiche.

      Aber Du hast recht: Es wäre an der Zeit, die Auswahl hier und da zu hinterfragen, statt verbissen an z. T. Jahre zurückliegenden Entscheidungen festzuhalten. Danke für Deine Anregung!

      Den Aktienfinder kenne ich, hatte ihn aber bis dato nicht aktiv im Einsatz. Danke für auch diesen Hinweis, den ich für die ewig lange Liste sicherlich gut brauchen kann 🙂 Hast Du mit einem bestimmten Vorgehen besonders gute Erfahrungen gemacht? Bzw. nach welchen Kriterien wählst Du Deine Aktien aus?

      Viele Grüße
      Sventja

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      1. Hallo Sventja,

        ich bin nun schon über drei Jahrzehnte an der Börse unterwegs und habe somit auch die ein oder andere Erfahrung (lang anhaltende Bullenmärkte, mehrere schmerzhafte Crashs…….) sammeln können. 😉 Die wichtigste Erfahrung nach all den Jahren ist für mich: Setze auf Qualität, überhöre das tägliche Rauschen an der Börse, denke langfristig und treffe eigene Entscheidungen.

        Vor vielen vielen Jahren war ich auf der Suche nach dem Tenbagger, der mich am Besten schnell reich machen soll. Heute muss ich nicht mehr zwanghaft die nächste Amazon finden (hab ich ja schon im Depot 😊, aber leider viiiiiel zu spät gekauft ☹).
        Ich habe in meinem Börsentagebuch, welches ich mit OneNote führe, schriftlich ein Ziel festgelegt, welches ich bei Eintritt in den Ruhestand erreicht haben will. Den Weg dorthin habe ich ebenfalls schriftlich fixiert:

        In was wird investiert?
        Investiert wird überwiegend in Unternehmen, die eine Dividende zahlen. Darüber hinaus können bis zu 15% des investierten Aktienkapitals in Wachstumswerte, die (derzeit) noch keine Dividende zahlen, investiert werden. 20 Prozent des Investitionskapitals werden in REIT’s investiert.

        Wann wird investiert?
        Es wird kein Markttiming betrieben. Investiert wird, wenn genügend Cash auf dem Depotverrechnungskonto vorhanden ist.

        Wie finde ich investierbare Unternehmen?
        Hier führe ich als Beispiel nur mal meine Investitionskriterien für die Dividendenwerte auf:
        Eine Investition in Dividendenwerte kommt nur bei Vorliegen der folgenden Kriterien in Betracht:
        • Steigerung von CashFlow, Gewinn und Umsatz in den letzten 10 Jahren
        • Stabilität von CashFlow, Gewinn und Umsatz > = 0,8
        • Zahlung einer Dividende
        • Ausschüttung auf den Free CashFlow ist < 75 %
        • Schuldenquote < 75 %
        • Überbewertung von maximal 10 Prozent

        In welche der investierbaren Unternehmen wird investiert?
        Hierzu wird im Aktienfinder für die Bereiche Dividenden, Wachstum und REIT jeweils ein Ranking erstellt. Investiert wird nur in Unternehmen, die im Ranking mindestens 75 Punkte erreichen.

        In wie viele Unternehmen wird investiert?
        Es wird in nicht mehr als 50 Unternehmen investiert. Die maximale Investition in ein Unternehmen darf 7.500,– € nicht übersteigen.

        Danach gehe ich ganz strikt und pragmatisch vor. Diese Vorgehensweise macht mir Spaß, stresst mich nicht und ist für meine Zielerreichung bisher recht erfolgreich.

        Nun ist der Input recht lang geworden, aber ich hoffe Du kannst für dich etwas positives daraus gewinnen.

        Viele Grüße und viel Erfolg
        HJ Sto

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      2. Lieber HJ,

        DANKE für Deine Schilderung! Unheimlich spannend, in eine so klare und stringent gelebte Strategie einblicken zu dürfen. Daraus nehme ich für mich mit, dass eine Zieldefinition und grobe Strategie ein guter Anfang sind, aber eine detaillierte und konsequente Strategie für Käufe und Verkäufe hilft, langfristig objektiver zu entscheiden und die Nerven zu behalten (vs. Gier & Angst).

        Wie ging es Dir in den Crashzeiten? Mit 30 Jahren Erfahrung hast Du ja einige Täler durchschritten. Hat sich Deine Strategie in diesen Zeiten bewährt oder ist sie ebendort überhaupt en Detail entstanden?

        Gespannte Grüße
        Sventja

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  3. Hallo Sventja,

    ich finde es schon mal toll, dass Du Dich um Deine Finanzen kümmerst. Das ist ein guter Anfang.
    Ich habe mich jetzt zugegebenermaßen, nur ein paar Minuten, quer durch Deinen Blog gelesen. Aber ich denke, ich habe einen guten Überblick bekommen, was Dich so antreibt.
    So wie ich es lese, möchtest Du von Deinen Anlagen einmal leben, oder zumindest sollen damit Deine Altersbezüge aufgebessert werden.
    Die Geschichte mit Deinem Opa finde ich toll, so einen Opa sollten alle haben.
    Ich habe einen ähnlichen Ansatz, ich habe mir vor langer Zeit vorgenommen, wenn ich mal 50 Jahre alt sein werde, nicht mehr arbeiten zu müssen.
    Jetzt bin ich 43 und auf einen guten Weg. Meine erste Investition habe ich von meinem ersten Geldeingang als Auszubildender 1996 gemacht. Es war ein Fondssparplan 300 DM, ich weiß es noch wie heute. 🙂
    Aber genug über mich, nur damit Du weißt, ich mach das schon etwas länger und es lohnt sich, dass auch durch zuziehen.

    Ich habe einfach ein paar Anmerkungen zu Deinen Anlagen, das sollen keine Empfehlungen sein, sondern einfach nur, meine Meinung, als Denkanstoß.
    Ich habe zum Beispiel gar keine P2P Kredite, der Grund ist folgender. Mir ist das Risiko einfach zu groß. Meine logische Überlegung ist einfach, wer und warum nimmt sich jemand einen Kredit, für 7-13%? In einer Zeit, wo sogar Werbung über den Bildschirm flimmert, mit Kreditanbietern, denen Du Deinen Daten verkaufen musst/kannst und gar keinen Zinsen oder sogar negative Zinsen zahlen musst. Wenn ich mir dann vorstelle, dass jemand trotzdem 10% Zinsen für einen Kredit bezahlt, dann kann da Grundsätzlich etwas nicht stimmen.
    Ich kann natürlich auch völlig falsch liegen, aber ich würde den Anteil für P2P Kredite auf keinen Fall noch erhöhen. Es wirkt immer so schön zuverlässig, dieser regelmäßige Cashflow, aber ich wäre da sehr sehr vorsichtig. Anderseits verfolge ich Blogger, die das schon 2 oder 3 Jahre machen und es wunderbar funktioniert, aber das ist jetzt ja auch noch nicht so lang.

    Ich würde auch momentan den Cashanteil nicht zwingend reduzieren. Erstens sollte man das sowieso nicht, also einfach Investieren, weil zu viel Cash vorhanden ist, man sollte natürlich nur bei einer günstigen Gelegenheit zuschlagen, aber das weißt Du sicher selber.
    Momentan ist eine Zeit, wo in den Aktienmarkt investiert wird, weil es keine andere Möglichkeit gibt, sein Geld anzulegen. Das ist nun schon einige Jahre so und das kann auch noch einige Jahre so bleiben. Aber warum sollte ich nicht ein bisschen Cash haben, falls dies nicht so ist. Der Aktienmarkt und die Wirtschaftsdaten gehen momentan in unterschiedliche Richtungen, das sollte man im Auge behalten.
    Das soll aber nicht bedeuten, dass Du nun nichts mehr anlegen sollst. Ich habe auch meine Sparpläne noch laufen (viel zu viele 🙂 ), aber ich lege nicht alles an, was ich übrig habe.

    Dann habe ich gelesen, das Du überlegst in REITSs und in Hochdividenden ETFs zu investieren. Falls meine Vermutung richtig ist und Du den Cashflow JETZT noch gar nicht benötigst, würde ich diese Investitionen noch aufschieben. Cashflow ist toll und sehr motivierend, aber wenn Du ihn jetzt gar nicht benötigst, verursacht er nur unnötige Wiederanlage- und Steuerkosten.

    Ich setze seit ein paar Jahren nur noch auf Einzelaktien, auch aus Kostengründen, weil mir keine laufenden Kosten entstehen, aber auch weil ich so, sehr viele Zahltage habe, an denen mir die Dividenden zufließen. Bei mir sind es nicht mehr viele Jahre, bis ich den Cashflow zum Leben haben möchte, Deshalb überlege ich auch gerade, wie ich mein Depot umbaue, um mehr Cashflow zu generieren. Aber selbst ich, kaufe momentan lieber Werte mit einem Starken Dividendenwachstum, als Werte mit einer hohen Dividendenrendite, Ich finde auch, dass die Dividende bei Aktien viel transparenter und besser vorhersehbar ist, als bei ETFs oder Fonds. Da kommt es mir immer sehr willkürlich vor und es ist auch schwerer nachzuvollziehen, warum die Dividende dieses Jahr geringer ist, obwohl der Kurs des Produkts gestiegen ist.

    Mit Deinen Einzelaktien hast Du ja echt viel Pech gehabt, ich hoffe Du hast auch noch ein paar andere Werte, die die Verluste wieder ausgleichen? Es lässt sich leider niemals vermeiden, auch mal ein paar Aktien zu besitzen, die nicht so gut performen sind,
    Meine Performance mit Einzelaktien ist extrem gut, wenn ich PP glauben darf, obwohl ich natürlich auch solche Underperformer im Depot habe. In meinem Dividendendepot habe ich momentan 49 Werte und davon sind 7 um die 20% im Minus, aber schon allein durch die schlechte Performance, sind diese Werte auch gering gewichtet in meinem Depot.
    Was ich damit sagen möchte, Du solltest, auch wenn es bei Dir gerade nicht so läuft, trotzdem auf Einzelwerte setzen. Langfristig ist das ein guter Weg, Auch wenn das etwas mehr Aufwand ist, als ein ETF zu kaufen. Du hast es ja selber hier geschrieben, es gibt Einzelwerte die machen ein paar hundert Prozent, in relativ kurzen Zeiträumen und das kommt bei ETFs eher selten vor.
    Ich habe zum Beispiel die Cancom Aktie im Depot, damals natürlich nicht als DividendenWert gekauft, nun bekomme ich aber so viel Dividende, das ich sie in mein Dividenden Depot geschoben habe. So kann es auch gehen,

    Soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Vielleicht kannst Du ja ein bisschen was mitnehmen und hast nun ein paar neue Denkanstöße.

    Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Erfolg und Durchhaltevermögen, um Deine Ziele zu erreichen. Es lohnt sich.

    Grüße
    Michael

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    1. Lieber Michael,

      ich freue mich, dass Du Dich so intensiv mit den Chancen und Risiken für meinen Vermögensaufbau auseinandergesetzt hast! Genau dafür stelle ich mein „RichBitchProject“ ja online: Um über den eigenen Tellerrand hinauszusehen und Gedanken von Außen zu bekommen.

      Nun der Reihe nach:
      Bei P2P-Krediten kann ich Deine Bedenken verstehen und sehe ebenfalls ein ordentliches Risiko hinter dieser Anlageklasse. Allerdings sehe ich auch, dass Menschen in Deutschland bereit sind, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken 15% Dispozinsen zu bezahlen (was ich sowieso niemals verstehen werde). Und das zieht sich einmal quer durch alle Lifestyle- und Einkommensklassen. Gleichzeitig ist es aufgrund der Bankenbürokratie im Baltikum extrem schwer, an Kredite unter 500 Euro zu kommen, um z. B. eine kurzfristige Nebenkostenabrechnung zu bezahlen. Oder einfach, weil der neue Fernseher nicht warten soll. Wer sich nur mal eben 200 Euro für z. B. einen halben Monat borgen möchte, hat dort bei einer Bank keine Chance. Für solche kurzlaufenden Kredite – klassische P2P-Kredite – zieht er sich also einen Kredit aus dem Automaten (das meine ich wortwörtlich) und zahlt nach 15 Tagen statt 200 Euro eben 204 Euro zurück (oder wieviel auch immer). Das wären aufs Jahr gerechnet absolut unverschämt krasse Zinsen (in diesem Fall um die 50%), aber so sind die Kosten überschaubar, es geht schnell und unkompliziert und das Leben geht einfach weiter. Viele Kredite sind außerdem Unternehmenskredite oder Immobilienkredite – das Bankenwesen läuft nunmal anders/strenger/aufwändiger als bei uns. Übrigens könnten solche Probleme nach und nach auch zu uns „rüberschwappen“ – explizit bei Immobilien könnte ich mir gut vorstellen, dass durch das Wohnimmobilienkreditrichtlinien-Gesetz von 2016 zahlreiche privaten Immobilieninvestoren in 10 Jahren so ihre Probleme bekommen, einen Anschlusskredit seitens der Bank zu erhalten. Und was passiert, wenn man keine Bank findet, um die halb abbezahlte Immobilie weiter zu finanzieren? Man beißt in den sauren Apfel und nimmt höhere Zinsen in Kauf, bevor die liebgewonnene Eigentumswohnung an die Bank zurückgeht … die ersten P2P-Immobilienfinanzierungsangebote in Deutschland laufen bereits und werden mehr. Aber das ist nur meine Wahrnehmung. Summa summarum: P2P ist definitiv mit Vorsicht zu genießen und ich will es ebenfalls nicht übertreiben, sehe aber durchaus lukrative Chancen. Mehr als 15% meines Vermögens werden jedoch nicht in P2P wandern – und da diese in Kürze erreicht sind, wird es Zeit, stärker in andere Bausteine zu investieren.

      Bzgl. Cashanteil: Ja, diesen Aspekt habe ich auch im Blick – liquide bleiben für den Börsen-Schlussverkauf. Was ich jedoch unbedingt vermeiden möchte ist das ewige Warten auf gute Gelegenheiten und so lange zu wenig investiert zu sein. Ein bisschen Cash (20% herum) ist für mein Empfinden OK, aber ich möchte einfach nicht deutlich darüber sein. „Liquide“ + „Notgroschen“ haben bei mir vor 3 Monaten noch deutlich über ein Drittel meines Gesamtvermögens ausgemacht und das ist einfach zu viel. Dennoch bin ich bei Dir: Meine Watchlist arbeite ich in der nächsten Zeit stärker aus und günstige Gelegenheiten möchte ich ebenfalls nutzen. Nachdem ich diese nun schon ein paar Mal glorreich verpasst habe, schult sich die Erkenntnis, wann es Zeit ist, zuzuschlagen.

      Bzgl. Dividende: Dividenden-Cash in der Tasche zu haben und das Geld dann für weitere Einzelaktienkäufe (oder andere Investments) einzusetzen kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich merke, dass ich bei Dividendenwerte ruhiger bin – deren Kursverluste machen nicht halb so viele Sorgenfalten wie bei Value-Werten. Aber da probiere ich mich erst noch etwas aus.

      Zu Deiner Frage: Ja, ich habe zum Glück auch wenige Aktien, die die Verluste wieder halbwegs ausgleichen und überraschend gut performen. Jenoptik z. B. war eine meiner allerersten Aktien und hat sich im Wert mehr als verdoppelt – selbst jetzt nach der Kurskorrektur. Das lässt natürlich erahnen, was möglich wäre – wenn man schlauer wäre als der Markt 😀 Aber genau das machst Du und machen auch einige andere in der Privatinvestorencommunity ja sehr schön vor und bestätigen damit genau den Rat, den mir mein Großvater gegeben hat: „Kaufe immer, wenn Du Betrag X zusammen hast, weitere Aktien, und wenn es gerade günstig ist, kaufst Du die nach, die gut gelaufen sind.“

      Da ich erst seit knapp 4 Jahren aktiv am Investieren bin und sowieso nun erstmal in meinem Depot etwas Balance schaffen muss, wird sich da sicherlich noch einiges tun. Ich berichte! 🙂

      Danke für Deinen umfangreichen Input und herzliche Grüße
      Sventja

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  4. Verbrennt sich mit Aktien der Automobilbranche die Finger und hat dann Tesla auf der Wunschliste. Ich mag deinen Humor 🙂

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    1. Lieber Christian,

      Danke für Deinen Kommentar, ich musste wirklich herzlich lachen 😀 In den nächsten Tagen veröffentliche ich eine erste Version der bereinigten Wunschliste, momentan ist das eine ungefilterte Notizsammlung verschiedenster Empfehlungen und „Klassiker“.

      Viele Grüße and stay tuned,
      Sventja

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