Das Trauerspiel mit dem Tagesgeldkonto oder „no risk, no fun“: Wohin mit dem Notgroschen?

Wie groß war die Freude, als zum ersten Mal der Notgroschen vollständig zur Seite gelegt war! Die einschlägige Finanzliteratur – da sind sich die Autoren einig – rät dazu, mehrere Monatsgehälter (zumeist drei, teilweise ist sogar von sechs Nettogehältern die Rede) nicht für sich arbeiten zu lassen, sondern für die großen Unvorhersehbarkeiten an einem sicheren Ort zu verwahren.

Damit ist natürlich nicht das Kopfkissen gemeint, aber das Tagesgeldkonto ist ja im Prinzip zur digitalen Variante davon mutiert. Bei einem Polster von 5.000 Euro reichen die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto nach einem Jahr mit etwas Glück für 2-3 Kugeln Eis (je nach Region). Die volle Tragweite der zu überdenkenden Zinsen auf dem Tagesgeldkonto wurde mir bewusst, als ich erstmals eine Aufstellung von den erhaltenen Zinsen der letzten Jahre abgerufen habe (bei gleichbleibendem Grundbetrag, muss man dazusagen):

Aber: Das Notgroschen-Polster ist ja nicht dafür da, Vermögen aufzubauen, sondern den ruhigen Schlaf zu fördern. Oder ist da vielleicht doch noch mehr drin? Nach etwas Grübeln fragte ich in der Finanz-Community nach und erhielt jede Menge spannende, aber auch einige überraschende Anregungen, wie der eine oder andere seinen Notgroschen „für schlechte Zeiten“ zwischenlagert.

Einige Ideen waren mir komplett neu, andere werden für meine Zwecke nicht funktionieren – aber vielleicht für Deine. Daher stelle ich hier die vielseitigen Vorschläge wertungsfrei von „kaum nennenswerte Rendite“ bis zu „darauf wäre ich im Leben nicht gekommen“ vor.

Und nun gehe ich die Vorschläge aus der Einkommensinvestoren-Gruppe der Reihe nach durch – angefangen mit dem, wo sich der Notgroschen ohnehin befindet:


Reguläres Tagesgeld

Ja, das gute alte Tagesgeldkonto. Hier wird der Notgroschen bis zu einer Einlage von 100.000 Euro sicher gelagert, ist morgen verfügbar und fühlt sich „richtig“ an, weil ja alle immer sagen, dass der Notgroschen aufs Tagesgeldkonto gehört.

Vorteil: Hohes Maß an Sicherheit und Liquidität

Nachteil: Jedes Jahr, in dem der Notgroschen hier herumliegt, verliert er mindestens 2-3 % an Wert. Autsch!

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du etwa 2-3 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer) bzw. verlierst etwa 122 Euro Kaufwert (bei 2,5% Inflation).


Tagesgeld mit 0,3% Zinsen: http://www.moneyou.de

Einer der ersten Vorschläge aus der Community war das Tagesgeldkonto von moneyou.de. Hier erhält man dauerhaft 0,3% Zinsen und gerade erst hat Stiftung Warentest dieses Angebot als „gut“ bewertet. Die Zinsen hauen vielleicht noch nicht vom Hocker, aber das Maß an Sicherheit erscheint so hoch wie bei anderen Tagesgeldkonten auch, jedoch übersteigen die Zinsen jene von klassischen Tagesgeldkonten immerhin um ein Vielfaches.

Vorteil: Vergleichbar hohes Maß an Sicherheit (kann ich nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, da ich kein moneyou-Kunde bin) und gleiche Liquidität wie bei schlechter konditionierten Tagesgeldkonten

Nachteil: Auch hier haben die Zinsen nicht genug Kraft, um die Inflation auszugleichen.

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du etwa 15 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer) bzw. verlierst etwa 110 Euro Kaufwert (bei 2,5% Inflation).


Tagesgeld im Ausland: http://www.zinspilot.de

Von Zinspilot hatte ich bis dato nur Werbung gesehen, aber mich noch nie mit diesem Service beschäftigt – daher danke an die Community für diese Anregung! Bei Zinspilot bekommt man eine Übersicht über verschiedene Anlagemöglichkeiten im Ausland rund um Tagesgeld, Festgeld mit kurzen Laufzeiten und/oder eine Mischform namens Flexgeld, bei dem man z. B. zwei Mal monatlich an sein Geld herankommt.

Dabei handelt es sich um Angebote im In- und Ausland: Das angebotene Festgeld für 12 Monate bringt aktuell 1,2% Jahreszins ein; wer auf schnelle Verfügbarkeit setzt, muss sich mit 0,52% und weniger zufriedengeben, wobei ab 0,50% bereits eine volle Liquidität gegeben sein soll. Um vergleichbar zu bleiben, rechne ich entsprechend mit den Angeboten um 0,50% Jahreszins.

Vorteil: höhere Zinsen bei standardmäßigen Tagesgeld-Vorteilen (Sicherheit, Liquidität)

Nachteil: Zinsen gleichen die Inflation noch immer bei weitem nicht aus, und nicht jeder hat die Ruhe weg, wenn das Not-Geld im Ausland herumliegt (Stichwort: ein Großteil der deutschen Börsenanleger setzt ausschließlich auf DAX-Aktien)

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du etwa 25 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer) bzw. verlierst etwa 100 Euro Kaufwert (bei 2,5% Inflation).


Depot-Zinsen

Ein Vorschlag aus der Community lautete: „Degiro mit 1,25% Depot-Zinsen!“ Also habe ich mich auf die Suche gemacht und weitere Angebote dieser Form gefunden. Letztendlich sind es „Lockangebote“ von Brokern, die mit einem gutverzinsten Depot Anreize schaffen wollen. Und ganz ehrlich: Ich habe in der kurzen Recherchezeit zwar nicht das vorgeschlagene 1,25%-Degiro-Depotzins-Angebot gefunden, aber dafür Optionen wie dieses hier:

Manche Anbieter setzen voraus, dass man sein aktuelles Depot dorthin umzieht, bzw. dass man das Depot aktiv nutzt – die tatsächlichen Voraussetzungen etc. sind je nach Angebot individuell zu prüfen.

www.onlinebroker.org schreibt dazu:
„Privatanleger, die bereits ein Wertpapierdepot besitzen, können durch einen Depotwechsel zu einem anderen Anbieter von hohen Tagesgeldzinsen profitieren. Die Option, das mit dem Wertpapierhandel erwirtschaftete Guthaben gut verzinst zu bekommen, ist wohl für jeden Depotinhaber interessant. Das wissen Online Broker und Banken auch und locken wechselwillige Neukunden mit hohen Depotzinsen. Häufig bieten sie zur Depoteröffnung ein Tagesgeldkonto mit Aktionszins, der sogar noch höher ausfällt, wenn man die Depotbestände nicht nur überträgt, sondern das alte Depot zudem vollständig kündigt.“

Wenn man sowieso verschiedene Broker nutzen möchte, spricht – außer dem Aufwand und einer eventuellen Schlechterstellung in der Schufa – nichts dagegen, um einen zusätzlichen Broker aus Depotzinsgründen zu ergänzen. Die Zinsen lassen sich jedenfalls – zumindest teilweise – sehen: von 0,15 % bis 2,00 % reichen die Ertragsmöglichkeiten, siedeln sich aber zumeist im Bereich um die 0,5% an. Wichtig: Manche Depotzinsen basieren auf Aktionen, sprich: sie laufen irgendwann ab, wenn die Aktion nicht mehr gültig ist. Dieser Aspekt ist unbedingt zu beachten! Gegenargument: Bei Tagesgeldkonten kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass die Zinsen immer gleich hoch bleiben oder gar garantiert werden … Ein weiterer wichtiger Aspekt: Broker haben nicht unbedingt die gleichen Einlagensicherungen wie Banken (100.000 Euro) – diese kann auch sehr viel geringer ausfallen.

Vorteil: Beim Broker einfach höhere Zinsen mitnehmen ist bequem und man bleibt im weitesten Sinne liquide

Nachteil: Die Frage nach der Sicherheit muss man je nach Broker klären, außerdem kann sich eine höhere Zahl an Brokern negativ auf die Bonität auswirken

Vergleich (bei 0,5% Zinsen): Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du etwa 25 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer) bzw. verlierst etwa 100 Euro Kaufwert (bei 2,5% Inflation).


Bondora Go & Grow

Seit einiger Zeit bewirbt die P2P-Plattform Bondora ihr Angebot „Go & Grow“ als „Tagesgeldersatz“. Soll heißen: Man ist liquide wie auf einem Tagesgeldkonto, bekommt aber deutlich höhere Zinsen, da das angelegte Geld in P2P-Kredite investiert wird. Zwar sind die Einnahmen nicht so hoch wie bei direkten P2P-Investitionen, aber dafür kann man – für den Preis von 1 Euro (Stand Juni 2019) – sein Geld innerhalb eines Tages komplett abziehen und auf ein Konto seiner Wahl überweisen lassen.

Daher hat es mich nicht überrascht, dass auch diese Möglichkeit von der Community vorgeschlagen wurde.

6,25% Zinsen sind schon ein richtiger Quantensprung im Vergleich zu den bisher angebotenen Zinsen. Wenn ich mich so durch die verschiedenen Berichte klicke, scheint das Handling recht einfach zu sein und das Zurücküberweisen des investierten Betrags auch anstandslos zu funktionieren.

Der Haken – bzw. in diesem Falle die berechtigte Kritik an diesem Angebot – folgt allerdings auf dem Fuße: Rendite kommt von Risiko und P2P ist und bleibt ein Risikoinvestment. Soll heißen: Bondora Go & Grow wird zwar vermarktet wie ein Tagesgeldkonto, beinhaltet aber kein geringeres Risiko als reguläre Privatkredit-Investitionen. Und für ein „alles kann jeden Moment wegsein“-Risiko sind die Zinsen eigentlich deutlich zu gering. Zum Vergleich: reguläre P2P-Investitionen bringen grob zwischen 9 und 15% Zinsen.

Wenn ich mir nun vorstelle, dass mein Notgroschen bei Bondora Go & Grow herumliegt, irgendetwas geht schief und schon wars das mit den eisernen Reserven – Autsch! Aber gut, wir befinden uns mit über 6% Zinsen eben einfach nicht mehr im „sicheren Anlagebereich“, da brauchen wir uns nichts vorzumachen 🙂

Vorteil: hohe Zinsen bei gleichzeitiger hoher Liquidität (1 Tag), Inflation wird komplett ausgeglichen und sogar ein Gewinn erzielt

Nachteil: hohes Verlustrisiko, da die Investition in P2P-Kredite erfolgt – und damit sehr schlechtes Risiko-Gewinn-Verhältnis

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du etwa 312,50 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer) => übertrifft die Inflation bei weitem


P2P-Kredite mit 30 Tagen Laufzeit

Wenn wir schon in Bondora Go & Grow investieren, können wir auch gleich komplett in P2P investieren. Für einige in der Community ist auch diese Option nicht abwegig. Mit „Sicherheit“ und „Liquidität“ hat das nichts mehr zu tun, aber seien wir ehrlich: die Zahlen sind schon sexy 😉 Jetzt nur nicht das Hirn vor lauter Gier ausschalten … daher in aller Kürze:

Nehmen wir an, wir stecken den kompletten Notgroschen in P2P-Kredite mit einer Laufzeit von 30 Tagen, thesaurieren das Ganze und achten darauf, dass alle Privatkredit-Investitionen eine Rückkaufgarantie beinhalten (man beschreitet ja nur allzu gerne den rosaroten Rückkaufgarantie-Regenbogen in der Annahme, dass damit die Welt in Ordnung wäre). Wenn ich auf mein Geld zugreifen möchte, deaktiviere ich zum gegebenen Zeitpunkt den Autoinvestor und ziehe mein Geld ab. Auch die Kredite, die ausfallen, müssten innerhalb von spätestens 90 Tagen wieder auf dem Konto sein. WENN alles gutgeht, der Kreditgeber nicht pleitegeht (siehe Eurocent bei Mintos) oder irgendetwas anderes Unvorhergesehenes passiert, was mit dem Notgroschen niemals passieren sollte …

Zusätzlich sei hervorgehoben, dass der Vermögenszuwachs in diesem Fall natürlich heftig ist und der Zinseszins in sehr kurzer Zeit schon ordentlich reinhaut. Fasst Du 10 Jahre lang den Notgroschen nicht an und lässt ihn einfach fleißig verzinsen, hast Du – nach Steuer und ohne Freibetrag und bei 12% Verzinsung – das Geld einfach mal mehr als verdoppelt auf 10.174 Euro.

Vorteil: sehr hohe Zinsen bei mittelmäßiger Liquidität (30-90 Tage), Inflation wird nicht nur ausgeglichen, sondern ein ordentlicher Vermögenszuwachs erzielt

Nachteil: sehr hohes Verlustrisiko – ruhiger Schlaf? Adé … Der Sicherheitsanspruch ist hier definitiv nicht gegeben. Und wenn es hart auf hart kommt, kommt man nicht sofort an sein Geld

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro erhältst Du bei 12% Rendite etwa 600 Euro jährliche Zinsen (vor Steuer). Spätestens ab hier brauche ich keine weiteren Worte über die Inflation zu verlieren, oder?


Dividenden-Aristokraten

Ein recht früher Vorschlag aus der Community, der mich ehrlich überrascht hat: Nimm Deinen Notgroschen und investiere ihn in totsichere börsennotierte Unternehmen, idealerweise Dividenden-Aristokraten oder wenigstens die bekannten Dickschiffe. Die These dahinter lautete, dass diese Aktien durch ihre Historie und ihre Größe quasi nicht mehr untergehen können und damit ein mindestens so hohes Maß an Sicherheit bieten wie ein Tagesgeldkonto (man erinnere sich an dieser Stelle bitte an die pleitegegangenen Banken in Island & Co.). Durchschnittlich ist mit rund 8% jährlicher Rendite (vor Steuern) zu rechnen – wir bewegen uns also irgendwo zwischen Go & Grow und regulären P2P-Investments.

Wie bei allen Aktienkäufen sind hier allerdings die Anschaffungs- und Abstoßungskosten sowie Steuern zu beachten. Und obendrauf gibt’s gratis das massive Risiko, dass die Kurse natürlich weltgrottig sind, wenn der Tag X kommt und man ganz dringend seinen Notgroschen liquidieren muss und damit auch direkt den einen oder anderen Verlust realisiert.

Mich persönlich hat es wirklich erstaunt, wie häufig dieser Vorschlag kam. Den Notgroschen an der Börse zu parken wäre mir im Traum nicht eingefallen. Aber gut, ein nicht unerheblicher Teil der Privatanleger-Community lässt seinen Notgroschen offensichtlich durchaus in Form von möglichst sicheren Aktien für sich arbeiten.

Vorteil: Wertzuwachs sowie Barzuwachs in Form von Dividenden möglich, Liquidität ist ggf. gegeben

Nachteil: Gefahr, Verluste zu realisieren bzw. bei grottigen Kursen zum Verkauf gezwungen zu sein. Kosten sind nicht zu unterschätzen und das prinzipielle Verlustrisiko natürlich erst recht nicht. Und wie immer: die Auswahl und Beobachtung geeigneter bzw. ausgewählter Aktien ist mit Aufwand verbunden – im Gegensatz zum klassischen Tagesgeld

Vergleich: Bei einer Einlage von 5.000 Euro können die jährlichen Gewinne von Minus X bis plus X reichen. Nehmen wir aber die klassischen Kennzahlen wie bei ETFs an, sprich: Wer auf die „Dickschiffe“ setzt, könnte marktdurchschnittlich 7,5% Rendite (vor Steuern) erreichen. Das wären 375 Euro Vermögenszuwachs in einem Jahr.


Notgroschen allgemein hinterfragen

Den überall angepriesenen Notgroschen zusammenzubekommen war für mich, als ich mich in das ganze Thema eingearbeitet habe, eine der allerersten Aktionen. Doch der Einwand aus der Community hat in meinen Augen absolut seine Berechtigung. Denn solange ich weder Kinder, eigene Familie noch Immobilien besitze, stellt sich durchaus die Frage: Was genau muss der Notgroschen abdecken bzw. welche Not muss er abfangen können?

  • eine kurzfristige Arbeitslosigkeit bis zum Arbeitslosengeld überbrücken => lange kann das eigentlich nicht sein, nach drei Monaten greift ja sowieso die staatliche Unterstützung. Die Zeit bis dahin kriege ich bereits mit 1,5 Nettomonatslöhnen als Puffer überbrückt
  • eine große Autoreparatur oder ein neues Auto => Fahrrad, ÖPNV, Bahn, Carsharing und Mitfahrgelegenheiten machen durchaus ein eigenes Auto obsolet bzw. zum Luxusgegenstand, wenn wir mal ganz ehrlich sind …
  • warum immer das Kaputtgehen einer Waschmaschine angegeben wird, ist mir ein Rätsel, solange man Waschmaschinen im Notfall gebraucht bei ebay-Kleinanzeigen für 150 Euro erwerben kann. Aber gut, sagen wir: Die Waschmaschine, der Kühlschrank, der Backofen, der Fernseher und der Staubsaugerroboter geben gleichzeitig den Geist auf und alles will nun rangeschafft werden. Unabhängig davon, dass ich in so einer Situation dringlich an meinem Karma arbeiten sollte: Ich bin nicht sicher, ob ich für solche „Kinkerlitzchen“ den Notgroschen anfassen würde …
  • unerwartete gesundheitliche Kosten, z. B. eine größere Operation, die nicht von der Krankenkasse getragen wird => das ist eine der wenigen Situationen, die mir einfällt, in der ich ohne zu zögern auf den Notgroschen zurückgreifen würde. Wobei unser deutsches Gesundheitssystem schon ziemlich viel abfängt und bei einer richtig großen Operation der Notgroschen ebenfalls nicht allzu weit reichen dürfte
  • ein Weltkrieg bricht aus und ich brauche dringend auf der Stelle Geld, um nach Neuseeland zu flüchten => okay, da gibt es keine Gegenargumente!

Zuletzt stellt sich die Frage, ob man unbedingt immer auf den Worst Case setzen muss …

Vorteile eines schmäleren Notgroschens: Mehr investierbare liquide Mittel

Nachteile: Wenn es tatsächlich dazu kommt, dass man in eine der genannten Notsituationen gerät und die vollen 3 Monatsgehälter braucht, greift man nicht einfach auf seinen kleinen digitalen Geldspeicher zu, sondern muss sich erstmal zusammensuchen, wo man das fehlende Geld nun herbekommt … Oder es sich teuer leihen.

Gedanke dazu: erst Zinsen erhalten (weil Notgroschen investiert wurde) und später gegen Zinsen leihen – das dürfte gegengerechnet auf eine Nullnummer hinauslaufen, also: weder Gewinn noch Verlust. Allein Geld ohne Zinsen herumliegen zu lassen ist ganz sicher ein Verlustgeschäft.


Mein persönliches Fazit:
Was tun mit dem Notgroschen?

Nun fragst Du Dich vielleicht, was ich aus all diesen Möglichkeiten gemacht habe.

In meiner speziellen Situation (gesund, ohne Kinder, ohne Schulden, ohne Immobilien): Nach dem Hinweis aus der Community habe ich für mich kritisch hinterfragt, ob ich wirklich, ehrlich und tatsächlich drei bis sechs Monatsgehälter irgendwo uninvestiert herumliegen lassen muss. Und für mich war die Antwort: Nein.

Die meisten Situationen habe ich durch verschiedene Versicherungen abgedeckt und weder ein kaputtes Auto noch eine defekte Waschmaschine können mich zum aktuellen Zeitpunkt aus der finanziellen Balance bringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich hier immer Lösungen finden lassen – vielleicht sind diese erstmal nicht so bequem wie bisher, aber „Not“ ist ja etwas anderes als ein Verringerung des gewohnten Komforts. Oder, wie Luis Pazos (nurbaresistwahres.de) es so schön zusammenfasst:

Daher habe ich im ersten Step die Höhe des Notgroschens und damit die uninvestierte Geldmenge um ein ganzes Stück reduziert. Im zweiten Step habe ich das nun freigewordene Kapital um einen leichter liquidierbaren, jedoch risikobehafteten Part (Go & Grow) erweitert. Für den Haupt-Notgroschen nehme ich nun die Themen „Depot-Zinsen“, „Anleihen“, „moneyou“ und „Zinspilot“ stärker unter die Lupe.

Außerdem ziehe ich, wie ebenfalls von Luis Pazos angemerkt, den Kauf von physischem Gold (oder Silber) für einen Teil des Notgroschens in Betracht und werde vermutlich auch einen geringen Teil in 1-2 Währungen umtauschen. Vincent (www.freakyfinance.net) hat es vorgemacht und mir gefällt die Idee, in heftigen Krisenzeiten umfänglich abgesichert zu sein. DAS ist dann ein ECHTER Notgroschen 😉

Aktien und P2P-Investments sind für mich keine Option, wenn es um den Notgroschen geht – dabei handelt es sich um handfeste Investments, die mir persönlich zwar sehr viel Spaß machen, aber die mit Sicherheit und Liquidität einfach nichts zu tun haben. Damit werden sie in der Not nicht oder kaum weiterhelfen können. Zonk!

Summa summarum bin ich super dankbar für die vielen, völlig unterschiedlichen Anregungen aus der EinkommensinvestorenCommunity und die wirklich spannende Diskussion zu diesem Thema. Mich haben die Ideen und Kommentare dazu angeregt, völlig neue Optionen in Betracht zu ziehen und Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Daher an dieser Stelle ein dickes DANKE!

Falls Du noch weitere Ideen hast, was noch ein geeigneter Konkurrent für das Tagesgeldkonto sein könnte, dann lass es mich doch in den Kommentaren wissen. Ich würde mich freuen, wenn der Austausch noch ein wenig weitergeht 🙂

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7 Gedanken zu “Das Trauerspiel mit dem Tagesgeldkonto oder „no risk, no fun“: Wohin mit dem Notgroschen?

  1. Ich habe es ähnlich gemacht wie du. Notgroschen etwas reduziert, Teil Girokonto, Teil Tagesgeld, Teil in Mintos Invest & Access und einen Teil in ARERO Fonds geparkt.

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    1. Hey Christian, beruhigend dass ich mit meinen Gedanken/der Aufteilung nicht alleine bin 😉 Über ARERO denke ich ja schon seit geraumer Zeit sehr intensiv nach. Aber der ARERO fällt für mich persönlich auch unter Investments und weniger unter „Parkplatz für den mittleren Notgroschen“ – oder übersehe ich etwas und der ARERO lässt sich leichter/sicherer liquidieren als ETFs und Co.?

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      1. Ich kann den ARERO Fonds halt kostenlos bei der ING kaufen und verkaufen und das geht innerhalb von 1 bis 2 Werktagen. Dazu ist das Ding mit Anleihen und Rohstoffen ja eher defensiver aufgestellt.

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