Rich Bitch Project: Wie alles begann

Ganz am Anfang stand mein Großvater – ein weiser Mann, der mit seinen über 85 Jahren gerne noch mit seiner Frau nach Grönland und Island reist und hie und da Geschichten von seinen Survival-Trips nach Sibirien und Skandinavien erzählt, dass einem die Ohren schlackern. Als ich 18 Jahre alt wurde, hakte er mich unter und ging mit mir in eine nahegelegene DB-Filiale, um eine fondsgebundene Lebensversicherung abzuschließen – für mich zu diesem Zeitpunkt böhmische Dörfer, aber wenn Großvater sagt, dass das etwas Gutes ist, dann macht man das natürlich und zahlt auch als Studentin gerne einen überschaubaren monatlichen Betrag wohin-auch-immer. Das dürfte etwa im Jahr 2005 gewesen sein.

2014 schlug mein weiser Großvater die Hände über dem Kopf zusammen, da neue Gesetze und eine in die Knie gegangene Wirtschaft einen guten Teil des ohnehin sehr übersichtlichen Vermögensaufbaus aufgefressen hatten. Das war mein erstes Learning in jungen Jahren: Die Wirtschaft geht auf, die Wirtschaft geht ab, und irgendwo dazwischen stehst Du und hast besser ein Auge auf Dein Geld.

Der Dornröschenschlaf einer Kapitalanlegerin

Also lösten wir die Lebensversicherung auf und mein Großvater setzte sich mit mir an seinen großen Schreibtisch und zeigte mir, wie man online Aktien kauft. Er stellte mir einen Kontakt zu einem höflichen Berater bei der DB her, schickte mir eine Excel-Tabelle und ohne, dass ich es mir richtig bewusst gewesen wäre, war ich plötzlich unter die Investoren gegangen.

Mein Großvater riet mir, meine Dividenden im Blick zu behalten, das Risiko zu streuen und immer schön regelmäßig in eine andere DAX-Aktie zu investieren. So kam ich zum ersten Mal in Berührung mit Kapitalanlagen und lernte, dass man das auch selbst in die Hand nehmen kann. Verrückt. Das war im Jahr 2015 und ich fing an, Spaß daran zu haben, alle paar Monate in mein Portfolio zu schauen und zu sehen, was da so passierte (oder auch nicht). Zwischenzeitlich hatte ich mein Studium abgeschlossen und lebte – nach ein, zwei Jobwechseln – in der vermutlich teuersten Stadt unserer Bundesrepublik: München.

Short, long und Tulpen

Eines Tages verschwand eine liebe Freundin für ein Wochenende nach Hamburg und kam mit einigem Handwerkszeug für den Bereich Trading zurück – mein Interesse war geweckt und ich erinnerte mich daran, dass ich mit meinen Aktien „auch irgendwie was mit Investments“ am Hut hatte. Zur Jahreswende 2017/2018 fegte außerdem mit dem Bitcoin-Hype die große Goldgräberstimmung durchs Land – und ich ärgerte mich, vor 2 Jahren nicht auf einen Kumpel gehört zu haben, der mir damals zu Online-Investments geraten hatte und nun auf Ko Samui seinen Traum lebte.

Eh ich mich versah, stapelte sich die Finanzlektüre neben meinem Bett, darunter klassischerweise Rich Dad Poor Dad*. Das Buch 9-to-5 muss nicht sein* nahm ich mit nach Sri Lanka und lag dort mit großen Augen am Strand unter Palmen – ganz neue Möglichkeiten taten sich auf, eine Welt voller Entscheidungsfreiheit rund um den Job und damit auch gleich zeitloses Reisen an so traumhafte Orte wie jenen, den ich in 2 Tagen wieder verlassen musste. Ungenutzte Chancen, wunderbare Chancen, und ich könnte sie selbst in die Hand nehmen! Und das als ganz normaler Mensch, der nicht zu den oberen 10.000 gehört!

Trendhobby: Finanzbildung, Frugalismus und Kapitalanlagen

Ostern 2018 saß ich, noch srilankagebräunt, bei meinen Eltern auf der Couch. Wir schauten uns zum zweiten Mal den unterhaltsamen Hollywood-Streifen „The big short“ und diesmal hatte ich einen völlig anderen Blick auf die Zusammenhänge. Zu diesem Zeitpunkt umfasste mein Vermögen eine Handvoll ausschließlich deutsche Aktien und keine zwei Tage später las ich auf Facebook, dass ein großes Finanzgenie gerade den DAX mit ein paar Millionen Dollar geshortet hat. Mir wurde instant schlecht. Jemand, der viel Ahnung hatte, wettete „gegen meine Aktien“, und zwar eine ganz schön hohe Summe.

Mir wurde klar, dass ich auf einem massiven Klumpenrisiko saß. Die Zeit war gekommen, zu handeln und das Risiko über DAX-Aktien hinaus zu streuen. Ich las mich einmal quer durchs Internet und landete bei den Blogs mission-rendite.de, freakyfinance.net und frugalisten.de. So erfuhr ich, dass mein Lifestyle zwischen Sparbrötchen-Auto und Portfolio-Aufbau einen Namen trägt: Frugalismus. Und so wurde eine Idee langsam greifbar.

Die Entdeckung der Langsamkeit des Zinseszins

Es gibt Alternativen zu der Aussicht, mit 75 in Rente zu gehen und seine Tage mit Flaschensammeln zu verbringen. Mit einer soliden Geldbildung und einer zu mir passenden Strategie ist plötzlich so viel mehr möglich. The sky is the limit! Wenn andere es geschafft haben, ein Finanzimperium aus dem Nichts zu stampfen – durch Wissen, Mut und kluges Investieren – warum soll ich als Normalsterbliche es nicht zur „Rich Bitch“ schaffen?

  • Nein, ich habe keinen BWL-Background
  • Nein, ich werde vrsl. nichts erben und wenn ich mich nicht selbst darum kümmere, muss ich arbeiten, bis der Rücken krumm ist
  • Ja, ich werde mir ALLES selbst erarbeiten müssen
  • Und ja, ich mag Herausforderungen 🙂

Das Rich Bitch Project wird geboren

ETFs, Immobilien, Aktien, vielleicht die eine oder andere Spekulation, ein bisschen P2P … Sich neben Beruf, Leben und Familie finanziell strukturieren und das Maximum herausholen – ob das klappt?

Stay tuned und begleite mich!

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